AKTUELL
Nichts für Ungut -
Georg Dick
18. September bis 30. November 2008
Eröffnung: 18. September 2008, ab 20.00 Uhr

PFEIL
ARTYCON Künstler J. Kriesche
Artycon, D-63065 Offenbach, präsentiert:

Johannes Kriesche

Johannes Kriesche - freischaffender Künstler aus Offenbach

Paraffin-Bilder

"Johannes Kriesche ist ein Maler, der die Vorbilder meiner Generation, Picasso, Matisse und nicht zuletzt Cezanne, der den Duktus der direkten Farb- und Pinselspuren zur Darstellung seiner Bildfindung brauchte, mit dem Einfluß der amerikanischen Malerei, mit Malern wie Warhol, der dem druckgrafischen mechanischen Moment in seine Bildsprache mit einbezieht, verbindet. Malkulturen- oder techniken durch den Einfluß der Medien Fotografie, Video und der Computertechnik, die den Kunstmarkt zunehmend erobert haben, bestimmt, sind Anregung und weitere Auseinandersetzung für seine künstlerische Bildfindung.

Johannes Kriesches Werk partizipiert von diesem Nebeneinander. Mit der Malerei, der er sich noch verpflichtet fühlt, macht er einen Spagat zwischen mehreren Medien, die er benutzt und akzeptiert. Für seinen großen Gestaltungswillen spielt die computergesteuerte Druckgrafik wie der computergesteuerte Entwurf eine bestimmende Rolle. Bei dem Gestaltungsprozeß Seherlebnisse seiner engeren Umgebung darzustellen, hilft ihm die alte Technik der Enkaustik. Enkaustik, ein antikes Malverfahren, das die wachsgebundene Farbe heiß aufgetragen oder bei kaltem Auftrag mit heißen Spachtel verschmelzen läßt. Schon in Herculaneum und Pompeji angewandt zieht Johannes Kriesche diese alte vergessene Technik, die nur noch von Schnorr von Carolsfeld im 19. Jahrhundert angewendet wurde, unbekümmert in die Moderne.

Die direkte Farbe wird durch die diffuse schimmernde Oberfläche des Wachses in märchenhafte Ferne und größere Distanz zu unserer realen Welt gerückt. In der Serie der Lichttempel gelingt dem Maler nicht nur thematisch sondern auch maltechnisch eine Symbiose zwischen malerischer und technischer Oberfläche auf überzeugende Weise. Die Tankstellen, Servicestationen unserer beweglichen Welt, werden durch die künstlerische Sicht des Malers zu Tempeln unserer Zeit.

Dem gleichen Malverfahren, Farbe, Wachs auf leinwandbespanntem Holz, begegnen wir in dem 16-teiligen Bild „Unterwassergeflüster“ von 2004. Die Schmelzmasse des Wachses verwandelt die mannigfaltigen zahlreichen Naturformen fast zu eine Grisaillemalerei. Die mangelnde Schärfe läßt außerdem die Tiefe des Meeres ahnen.

Eine ganz andere Dynamik entfalten die großen Bilder der neuesten Bildserie ,,Swanlike“ 2005. Der Titel ist dem wohl berühmtesten Ballettstück ,,Schwanensee“ entlehnt. Schwanensee, ein Ballett, das Johannes Kriesche in einer modernen Fassung in der Frankurter Oper, statt in der gewohnten weiblichen Besetzung nur von Männern getanzt, erlebt hat.

Für ihn Anlaß philosophische Überlegungen zur Verwandlung, Austauschbarkeit und Gleichberechtigung anzustellen.

Der verfremdete Titel ,,Swanlike“: Es sind Motive und Szenerien aus dem Internet Transvestitenshows, die die Künstlichkeit der Motive dieser Serie unterstreicht. Hier wird die Technik Enkaustik, die alles entrüickende Malerei verlassen und die Farbe direkt und unverdeckt dem Auge preisgegeben. Die stark farbig abgesetzten Farbfelder, spielerisch mit wechselnden Szenerien besetzt, lassen Parallelen zur Collage der Scherenschnitte der letzten Jahre von Matisse erkennen. Gleichzeitig zeigen die intelligent verwendeten, computergesteuerten Druckgrafiken eine Nähe zur amerikanischen Moderne. Trotzdem entsteht eine eigene Sehweise deren Bildlichkeit durch die Zuordnung der Formen, die genannten Einflüsse hinter sich lassend, einen Spiegel unserer jetzigen Welt mit schonungsloser Offenheit präsent macht.

Die Zeichnung, die direkteste Sprache des Malers, ist ein zusätzliches Stilmittel für den unbändigen Gestaltungswillen Johannes Kriesches. Die rythmisch aufgelegte wie eingeritzte Zeichnung bringt die Bilder zum Klingen ohne die Bildarchitektur zu zerstören. Im Bild ,,Swanlike 3“ spart sie den Rhythmus der zeichnenden Hand aus und wirkt wie eingefroren. In dieser Unerbittlichkeit steht sie im reizvollen Kontrast zu den unterschiedlich strukturierten und absichtlich malerisch gehaltenen Flächen.

Gewachsenes und Technisches, Poesie und Künstlichkeit, unsere reale Welt in ihrer Widersprüchlichkeit bietet für den Maler unerschöpflichen Reichtum für neue Bildwelten und Experimente. Nicht übersehen möchte ich die Tulpen in ihrer Künstlichkeit im Bild ,,Swanlike 3“ und ,,Swanlike 1“ In ihrer Künstlichkeit, dem Kitsch entsprungen, gefunden in einem Kaufhaus, werden sie zum Hauptdarsteller der Bilder. Triviales wird in den Adelsstand erhoben. Zwischenwelten."

(Zitiert aus der Eröffnungsrede zur Ausstellung „Seitenwechsel“ Abgusssammlung Antiker Plastik Berlin 3.2.2006 von Prof. Inge Dörries-Höher, Bielefeld)

18.3.1959

geb. in Herzebrock (NRW)

1981 - 1987

Studium der Malerei an der FH Bielefeld bei Prof.Inge Höher

Mitglied der Gruppe TÜR

1994 - 1995

Studienaufenthalt in Rom

1996

Umzug nach Frankfurt

seit 2000

lebt und arbeitet in Offenbach

seit 2001

Mitglied im Bund Offenbacher Künstler (BOK)

seit 2002

Gründungsmitglied der Produzentengalerie KUNST RAUM MATO, Offenbach

2004

1. Kunstförderpreis "Offenbacher Löwe 2004"

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

1987

Galerie Friedemann, Gütersloh

1987

Artibus, Kunstverein Bielefeld

1988

Gruppe TÜR, Kunstverein Bielefeld

1989

Galerie Baumgarte, Bielefeld

1992

Offene Ateliers, Nancy

1994

Galerie Infracom, Paris

1994

Paderborner Kunstverein,
Galerie Püschel, Paderborn

1995

Galerie Grabenheinrich, Gütersloh
Galerie Medienhaus, Bremen
Studio Giolitti, Rom
Galerie Artevisive, Rom
Palazzo Corvaja, Taormina

1996

Galeria Massenzio Arte, Rom
Galerie Rainer Wehr, Stuttgart

1997

Galerie Otterstätt, Bielefeld
Galerie Esplanade, Bad Dürkheim

1998

Art Mac Can, Frankfurt/Main
Hochschule f. Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt/Main
Galerie Riedel, Frankenthal
Museum Guangzhou, China

1999

Galerie Kunstwerk, Frankfurt/Main
Galerie A2A, Frankfurt/Main

2000

Galerie der Software AG, Darmstadt
Galerie Kunstwerk, Frankfurt/Main

2001

"Europaviertel", Kunsthalle Schirn, Frankfurt/Main

2002

Galerie Eva Gfall, Darmstadt
Galerie 69, Hanau
Galerie der Software AG, Darmstadt

2003

Galerie Edition 1, Frankfurt/Main
Galerie BKI, Darmstadt
"durchundurch", Ledermuseum, Offenbach

2004

Galerie Kunst Raum Mato, Offenbach
Galerie Art Box, Frankfurt/Main
"off course", Klingspor Museum, Offenbach

2005

Galerie im EVO-Turm, Offenbach
Art Fair Zürich
Kunstmesse Salzburg
ART-Köln

2006

Museum der Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin
ARTYCON, Offenbach

2006

Museum der Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin
ARTYCON, Offenbach

2006

Museum der Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin
ARTYCON, Offenbach

2006

Museum der Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin
ARTYCON, Offenbach